ETS 250, die Restauration

[ Nach der Überarbeitung ]

 

   

Der Rahmen wurde komplett gestrahlt ,

unmittelbar danach ging es zum

Kunststoffbeschichten. Farbton:

Tiefschwarz glänzend.

Die Motorschuhe wurden neu chromatiert.

Ebenfalls gestrahlt und Kunststoffbeschichtet wurden

die Schwinge, Lampenhalter, Auspuffstrebe,

2 Seitenständer, Zugstrebe sowie Schutzblechstrebe.

Die Kleinteile in der Kiste wie Schrauben, Achsen, Federn,

Schalthebel usw. wurden neu chromatiert.

   

   

Ein günstig bei ebay gefundener Heckträger

wird versuchsweise schon mal angesteckt,

ob er letztendlich dran bleibt, weiß ich noch nicht.

Die alten Federbeine hinten waren nicht mehr

zu gebrauchen, bzw. der Aufwand der Restauration zu groß.

Außerdem gefallen mir die gekapselten wesentlich besser.

Montiert waren welche mit offen liegender Feder.

 

 

Für unglaubliche 11,05 € incl. einmal Porto in Höhe von 4,10 € wurde der arg

zerschundene Tacho von diesem Fachbetrieb überholt.

Das ganze lief incl. 2maligen Postversand innerhalb von 5 Werktagen ab.

Erneuert wurden der verchromte Tachoring, die Tachonadel

und das Zählwerk wurde auf jungfräuliche 00.000 km zurückgesetzt.

 

 

[ Vorher ]

 

[ Nachher ]

   

 

Diese äußerst matten Aluteile - die Vergaserabdeckkappe, der Tankdeckel

 der obere Klemmkopf der Gabel, die Abdeckkappe des Radkörpers, sowie zwei Gegenhalter

- wurden auf Hochglanz poliert.

 

     

     

 

     

Mittlerweile wurde auch ein Lackierer gefunden, welcher für einen akzeptablen Preis

den Scheinwerfertopf, den Tank, die Seitenkästen, die Schutzbleche

sowie den Deckel des Werkzeugfaches lackiert hatte.

 

Die zu lackierenden Teile wurden gestrahlt, danach gingen sie direkt zum Lackierer

und wurden in (nicht originalem) Tiefschwarzglänzend lackiert.

 

 

Eingetroffen waren mittlerweile auch fehlende oder nicht mehr erneuerungswürdige Gegenstände,

nämlich ein neuer Auspuff, ein neuer Krümmer (beides allerdings nicht Original ETS),

eine neue Zündschloßabdeckung, ein neuer Originallenker,

eine neue (ebenfalls nicht Originale) verchromte Zugstrebe,

ein neuer Scheinwerfer mit neuem Chromring,

sowie eine neue Tachowelle.

 

Gefunden habe ich diese Teile sehr kostengünstig bei ebay.

 

 

Und wieder stand ein Umzug für die ETS an.....

 

Durch einen glücklichen Zufall konnte ich im gegenüber-

und brach liegenden Firmengelände eine ideale Halle anmieten.

 

Die Halle bietet Platz für zwei PKW, die alte XZ, den Kinderfuhrpark, Fahrräder

und ganz wichtig

 

genug Platz, um die ETS aufzubauen!

 

 

Die ersten größeren [ Probleme ] ließen auch nicht all zu lange auf sich warten.

Glücklich über den Erhalt der neuen kompletten Lenkkopflager musste ich beim Einbau feststellen,

das der Hersteller der Lager mit recht großen Toleranzen gefertigt hatte.

Die neuen Rahmenlaufringe waren nicht von guter Qualität,

zum einen waren sie 2/10 zu groß und zum anderen löste sich die

Verchromung bereits beim Anlegen am Rahmenkopf in Wohlgefallen auf.

Bei diesem Übermaß half leider das Gefrierfach des Kühlschrank und/oder Hitze

am Rahmen nicht sehr viel, also musste eine andere Lösung gefunden werden.

Die blätternde Verchromung am Rande der Lagerschalen wurde komplett entfernt

und die Lager anschließend auf das passende Maß geschliffen.

 

Ein meines Erachtens unnötiger Aufwand, den man nicht unbedingt mit einplant.

Wenn man bedenkt, das der Erwerb der Lager fast 1/3 des damaligen Kaufpreises der ETS ausmachte,

stimmt einen diese Tatsache nicht grade fröhlicher.

 

Die Gabellaufringe von besserer Qualität und passten auf Anhieb.

 

Immerhin habe ich aus dieser Erfahrung gelernt, künftige Neuteile vor dem Einbau genau mit ihrem alten Pendant zu vermessen.

 

 

Durch [ Axel´s ] Beziehungen erhielt die kleine MZ-Familie völlig unerwartet [ Nachwuchs ].

Ein Bekannter von Axel hatte mitten in idyllischen Hochsauerlandkreis doch tatsächlich noch eine ETS bei einem Bauern in der Scheune stehen.

Es wurde ein Termin abgemacht, die ETS wurde sich angeschaut und wechselte kurze Zeit später für kleines Geld den Besitzer.

Der Zustand der ETS war recht traurig, einige Teile fehlten (Lampe, Räder, Seitendeckel),

andere Teile waren nicht original (Armaturen, Heckschutzblech und- leuchte).

Dafür hatte sie aber eine völlig intakte Gabel samt intakten Lenkkopflagern,

einen augenscheinlich guten Motor und einen Originalauspuff und das ist ja schließlich auch was wert.

Der Rest der ETS war der langen Zeit auf dem Bauernhof und verschiedener Basteleien der Vorbesitzer wegen in dementsprechendem Zustand.

 

Nun noch ein kurzer Zwischenstand zur Restaurierung der ETS 1.

Das Puzzle nimmt langsam Formen an und es findet zusammen, was zusammen gehört!

Der schönste Teil der Arbeit.

 

   

   

   

Die nächsten größeren [ Probleme ] tauchten auch alsbald auf.

Ich hatte mir vorgenommen, die Gabel zu regenerieren, was sich als nicht sonderlich leicht herausstellen sollte, da mir für die Demontage der Gewinderinge von den Gleitrohren das erforderliche Spezialwerkzeug [ 19-MW 22-1 ] fehlte.

Auf Grund des Kontaktes zur [ MZ-GES-L ] und der überaus großzügigen und nicht selbstverständlichen Hilfe von

 

[ Gabor Pirntke ]

 

kam ich aber dann doch noch zu meinem Spezialwerkzeug.

Per Post übersandte mir Gabor leihweise das Spezialwerkzeug,

auf diesem Wege noch einmal herzlichen Dank!

 

 

Und weil ich in der Zwischenzeit ohne das Werkzeug für die Gabel nicht richtig weiter kam ,

wurde die Zeit halt noch was zum [ polieren ] matter Aluteile genutzt.

 

   

   

 

Nachdem ich heute mehrere Stunden damit verbracht habe, die angelaufenen [ Felgen ] wieder glänzend zu bekommen

- bewährt hat sich bei dieser Aufgabe [ 3M Scotch-Brite Schleifvlies ] sowie nachpolieren mit entsprechender Politur -

und neu einzuspeichen, erwartete mich am frühen Abend eine nette Belohnung für stundenlanges Quälen meiner Muskulatur.

Der Lackierer stand plötzlich mitsamt den [ lackierten Anbauteilen ] im Türrahmen und was soll ich sagen,

ich bin mehr als begeistert über das Resultat seiner Arbeit.

 

Die alten Pneumant-Mäntel abziehen und im Sondermüll entsorgen, ausspeichen, Schmand entfernen,

alte Radlager raus, neue Radlager rein, lackieren,

[ polieren, polieren, polieren, ]

neu einspeichen, zentrieren, neue Felgenbänder,

neue Schläuche, neuen  Metzler ME 22

und Block C Mantel draufziehen,

wuchten, fertig!

 

 

   
   
   

 

 

 

Zylinder und Zylinderdeckel konnte ich zwischenzeitlich durch Kontakte im Forum von

 Klaus und Ilse

mit Glasperlen strahlen lassen,

das Ergebnis kann sich sehen lassen.

 

   
   
   
   
   

Nachdem nun das Fahrgestell und alle Anbauteile vollständig überarbeitet und wieder zusammengesteckt wurden,

folgte der letzte und zugleich auch spannendste bzw. nervigste Teil der Restauration.

 

Die Motoreninstandsetzung

Der Einfachheit halber fasse ich nur zusammen, was so alles bei dieser Aktion schief lief:

- Bei der Demontage des Motors verreckt der Kupplungsabzieher,

die Arbeit ruht und ich habe Mühe einen neuen zu besorgen.

 
- Die neuen Kupplungsabzieher (Vorsicht ist besser als Nachsicht) sind angekommen

 (Dank an Güsi und Hans-Jörg), die Zerlegung geht weiter.


- Hermann wiederholt sich nun doch ziemlich oft: " Ich habe eine gute und mehrere schlechte Nachrichten".


- Der Motor war offensichtlich schon mal offen, beim Zusammenbau wurde geschlampt

und abgedichtet wurde der Motor wohl im Tauchbad.


- Die Schaltgabel 1. und 3. Gang ist hinüber. Mehrere Anlaufscheiben sind extrem angelaufen.

Federn nicht mehr spiralförmig sondern krumm.

Die KuWe Simis stellten sich als blechummantelte Exemplare heraus.

 
- Die Arbeit ruht, Teile bestellen......bei insgesamt 3 Händlern!


- Der Originalzylinder ist in einem hervorragenden Zustand, nur leider mit defektem Krümmergewinde.

Ersatz in Form eines neuen TS Zylinders mit neuem Kolben liegt bereit......

Allerdings ohne passenden Kopf, da die Laufbuchse etwas erhaben ist,

 passt der Original-ETS-Kopf nicht.

Ein Ersatzkopf wird entsprechend ausgedreht.

 


- Alle Motorlager wurden vorher schon besorgt (SKF), die alten gehen gut raus, bis auf eins.

Hitze brachte nur geringen Erfolg, es kam nur gut einen mm hoch.

Kinderknete & ein zum Innenmaß des Lagers passender Schlagbolzen sollten das Lager hinaustreiben

und zur Aufgabe zwingen.....aber leider kapitulierte die rechte Gehäusehälfte.

Anstelle des Lagersitzes besaß die Gehäusehälfte nun ein Loch.


- Ab zum Aluschweißer.....die Arbeit ruht.

 

 

 


- Nachdem die Gehäusehälfte geschweißt war erfolgte nun beim dritten Date mit Hermann

der Zusammenbau des Motors, welcher erstaunlich gut vonstatten ging.

Dies hätte uns eine Warnung sein müssen!


- Der ausgedrehte Kopf war irgendwie nicht so gaaaanz richtig ausgedreht.

Kolbenkopf und Zylinderkopf begrüßten sich.......mit Köpfe zusammenhauen.


- Mangels Alternative wurde dieses Manko kurzerhand mittels Kopfdichtungen ausgeglichen,

dieser Kopf sollte allerdings zu einem späteren Zeitpunkt noch negativ auffallen.

 
- Der Kickstarter.....ihr kennt die Keilschrauben zur Befestigung?

Dumm, wenn die neu gelieferten offensichtlich von Fahrrädern stammen

und durchrutschen und die alte Keilschraube nicht mehr aufzufinden ist.

Vorläufiger Ersatz fand sich aber am Motor, welcher eigentlich für das Gespann gedacht war.


- Es steht also nun ein kompletter Motor vor uns......der natürlich in den Rahmen muss.

Da ging er auch rein, wie sich kurze Zeit später aber leider herausstellte,

waren die Schrauben für die hinteren Haltebleche von minderwertiger Qualität und ein weeeenig zu lang

......und.....Ihr ahnt es schon.....eine reißt!


- Bestandsaufnahme: Ein komplett neu gelagerter Motor mit falschem Kopf hängt im Rahmen.

Eine abgerissene Halteschraube steckt sowohl im Motorgehäuse, als auch im Gewinde des Motorschuhs.

Fazit: Der Motor geht ohne weiteres nicht mehr raus.....


- Schwinge ausbauen?

Nö.

Wozu gibt es Dremel.

Der Dremelaufsatz passt perfekt zw. Motorhalteschuh und dem Ansatz der Kettenschläuche.

Also wird gedremelt......gedremelt.....und nochmals gedremelt.....bis ein Stück der gerissenen Schraube endlich ab ist. Der verbleibenden Rest ließ sich dann gut mittels Spitzzange aus dem Halteschuh rausdrehen und entfernen.


- Auspuffmontage......der neue Krümmer passte natürlich nicht....falsche Krümmung, vermutlich TS.

Der alte Krümmer fand sich aber Gott sei Dank noch.


- Der Rest war ein Kinderspiel und Murphy schien befriedigt.

 


Das ganze lief "zwangsweise" über 3 x 3 Werktage in 2 Monaten.
Kleinigkeiten / Kleinteile entwickelten sich zur Katastrophe.
Die entsprechenden "Kleinteile" zu besorgen erwies sich als ziemlich schwierig.....

für die 4 Gang Motoren scheint es also demzufolge knapp an Ersatzteilen zu werden......
Hermann hat sich nicht kleinkriegen lassen. An dieser Stelle noch einmal ein ganz besonderes Dankeschön für die Geduld und Hilfe,

ich habe Hermann´s Aussagen zu Folge das ein oder andere Mal ganz schön sickig aus der Wäsche geguckt.


 


Eine Anekdote habe ich noch.....erschwerte Arbeitsbedingungen nennt man so was....als da wären:
Das ein oder andere alkoholisierte Gerstensaftgetränk (anders ließ sich der Geschmack von Öl aus dem auf der Kochplatte erhitzten Motor auf der Zunge nicht neutralisieren), meine zwei Kinder welche zu gern mit geschraubt hätten und ansonsten auch ständig durch Lärm auffielen und letztendlich mein Kater, welcher ebenso Dauergast in der Halle war und einem das Ohr blutig gelabert hat.
 

Bei der abschließenden Kontrolle / Bestandsaufnahme fiel dann noch auf,

das die regenerierte Gabel süfft, Hylomar vergessen!  Also wieder ausbauen, abdichten, fertig, Dicht.

 

 

Nun stand sie also da und entsprach genau dem, was ich mir vorgestellt hatte:

 

 

Die kurze Zeit später erfolgte TÜV-Vollabnahme erwies sich als Kinderspiel,

die ETS legte diese Prüfung ohne Mängel ab, erhielt einen neuen Brief und wurde angemeldet.

 

Die erste größere Reifeprüfung hatte die ETS im August 2005 abzulegen.

Es ging zum ersten Forumtreffen des Forum für MZ-Fahrer nach Elbe in den Harz.

 

Hin- und Rückfahrt je 330 km über Landstraße, dazu eine ausgedehnte Tour durch den Harz.

Die ETS bestand diese Prüfung leider nicht ganz, sie hatte ein Kopfproblem.

Der montierte Ersatzkopf hatte einen Kerzengewindeeinsatz ähnlich Helicoil, aber halt auch nur ähnlich.

Dieser Einsatz lockerte sich ausgerechnet auf der ausgedehnten Harztour.

Eine weiterfahrt war unmöglich, die ETS hatte kaum noch Kompression, die Abgase verließen den Motor durch das Kerzenloch

und die Kerze hatte in ihrem Sitz ein Spiel von ca. 0,5 cm zu jeder Zylinderkopfseite.

 

Ersatz fand sich Gott sei Dank bei Ente, einem in der Nähe beheimateten MZ-Händler.

Und das sogar in Form eines Doppelkerzenkopfes aus den Eskort oder ETS-G-Modellen, welcher vor Ort montiert wurde.

 

Das Problem an der ganzen Sache......die ETS hatte nach wie vor noch den TS Zylinder montiert

- das sollte auch so bleiben -

es musste also noch nachgearbeitet werden.

 

Den Rest der Tour des Forumtreffen und wieder zurück schaffte die ETS aber ohne Probleme.

Zu Hause angekommen wurde Hans-Jörg abermals damit beauftragt, den Kopf an den TS Zylinder anzupassen.

 

Vorsorglich wurde ein anderer, herkömmlicher ETS-Kopf "probegedreht" um den neuen Doppelkerzenkopf unter Umständen nicht direkt zu ruinieren.

Das Ergebnis war befriedigend, obwohl dieser Kopf von Haus aus schon einen Riss am Kerzengewinde mitgebracht hatte.

 

 

Das Ausdrehen des Doppelkerzenkopf verlief ohne Probleme und dieser Kopf verrichtet nunmehr seit August 2005 unauffällig seinen Dienst.

 

 

 

Mein ganz persönliches Fazit:


 

Kleinigkeiten / Kleinteile entwickelten sich bei einer Restauration mitunter zur Katastrophe.
Insbesondere bei einem relativ seltenen Modell wie der ETS, ist es nicht immer einfach,

passende Teile zu bekommen.

Gebrauchtteile sind in der Regel in einen Zustand, in dem sie nicht verbaut werden können.

 

Die ganze Restauration hat sich über einen langen Zeitraum hingezogen, eine solch lange Zeit hatte ich nicht eingeplant.

Die Unterbrechungen der Restauration kamen immer wieder durch nicht lieferbare Teile zustande.

Außerplanmäßige Rückschläge kosten ebensoviel Zeit.

 

Nichtsdestotrotz hat sich der Aufwand gelohnt, auch wenn mein Nervenkostüm, das meiner Familie und vieler anderer darunter gelitten hat,

ich würde es jederzeit wieder tun!

 

In diesem Sinne folgt das nächste Projekt,

 

das

 

ETS-250-Gespann.